Symposium "Eine Geschichte der immerwährenden Gewalt ? Ursachen für heutige ethnopolitische Konflikte im Kaukasus in der Zeit seit dem  18. Jahrhundert"

 

Freitag, 22. April bis Sonntag, 24. April 2016

Tagungsort:

Lepsiushaus Potsdam

Große Weinmeisterstraße 45

14469 Potsdam

 

 

Im 18. Jahrhundert geriet der gesamte Kaukasusraum, der politisch in eine Fülle von Territorial- Clan- und Stammesherrschaften untergliedert war, zunehmend unter die Kontrolle Russlands. Zwischen etwa 1735 und 1878 wurde nahezu der gesamte Kaukasusraum durch St. Petersburg militärisch unterworfen und durch die Beseitigung der nichtrussischen Lokal-und Regionalherrschaften administrativ direkt in seine autokratische Verwaltungsstrukturen einbezogen.

In jahrzehntelangen Feldzügen, Polizeiaktionen und anderen Zwangsmaßnahmen, die sich zwischen 1914 und 1953 im Rahmen des I. Weltkrieges, des Bürgerkrieges und der sowjetischen Nationalitätenpolitik sowie nach 1988 fortsetzten wurden Millionen vornehmlich nichtrussische Bewohner des nördlichen und zentralen Kaukasus gewaltsam zu Tode gekommen, vertrieben und umgesiedelt. Ursachen, Verlauf und Folgen dieser Geschichte von Gewalt und Zwangsassimilation aus gesamtkaukasischer Perspektive zu diskutieren, ist ein zentraler Schwerpunkt des geplanten Symposiums.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Beleuchtung des Phänomens regionaler ethnonational und religiös begründeten Konflikten im Kaukasus in sowjetischer und postsowjetischer Zeit.

 

Moderation:

 

Dr. Meinolf Arens (München)

Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam)

 

Freitag 22.04.2016

Begrüssung

Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam)

Dr. Meinolf Arens ( München)

- Eröffnungsvortrag: Ethnische „Ethnische „Säuberungen“ unter neuen nationalen und religiösen Vorzeichen im Kaukasus im 19 und 20 Jh. Grundlegende Bemerkungen.

Referent: Prof. Dr. Michael Schwartz (Berlin)

 

Samstag 23.04.2016

 

I. Panel: Russische Kolonial- und sowjetische Hegemonialpolitik

- Der Krieg der nicht existierte. Der genozidale Krieg Russlands gegen die tscherkessischen Völker im 19. Jh in der russischen Historiographie und im Diskurs in der russischen Öffentlichkeit der letzten 2 Jahrzehnte

Referentin: Marieta Kumpilova M.A. (Leipzig)

- Tschetschenien/Inguschetien: Panislamische Projektionen bei nordkaukasischen Völkern - 19. Jh. bis in die Gegenwart 

Referent: Dr. Uwe Halbach (Berlin)

- Polen als Flüchtlinge und Migranten in Georgien und dem Nordkaukasus im 19. und 20. Jahrhundert

Referentin: Dr. Urzula Markowska (Warschau)

- Die russische Armenierpolitik seit dem 19. Jahrhundert

Referentin: Dr. Tessa Hofmann (Berlin)

- Ossetien/Osseten zwischen Russifizierung, Georgisierung und Selbstbehauptung

Dr. Meinolf Arens (München)

 

II. Panel: Regionale Entwicklungen

- Chancen und Grenzen kleiner Sprachgruppen und Völker in Daghestan. Eine vergleichende Betrachtung

Referentin: Prof. Dr. Diana Forker (Bamberg)

- Die georgische Minderheitenpolitik am Beispiel der Mesxeten (Mes'cheten), Hemschinen und Lasen

Referent: Dr. Wolfgang Feurstein (Freudenstadt)

- Stalinistische Titularhomogenisierung in Georgien und ihre langzeitigen Folgen .

Referent: Dr. Marc-Stephan Junge (Bochum)

- Berg-Karabagh/Arzach: Geschichte des Konflikts.

Referentin: Varsenik Minasyan, M.A. (Berlin)

 

 

Sonntag 24.04.2016

 

III. Panel: Aktuelle Entwicklungen

- Konfliktlösung im Südkaukasus in postsowjetischer Zeit: Das Beispiel Abchasien

Referent: Dr. Dieter Boden (Potsdam)

- Die Folgen von Flucht und Vertreibung aus und nach in Abchasien seit 1989 und Traum von einem abchasischen Nationalstaat.

Referent: Dr. Christian Kolter (Bremen)

- Pantürkische Träume oder regionale Homogenisierung ? Assimilationspolitik Aserbaidschans gegenüber ethnischen und nationalen Minderheiten und die Instrumentalisierung der Flüchtlinge aus Berg Karabagh/Arzach in den vergangenen zwei Jahrzehnten

Referent: Dr. Manfred Quiring (Oranienburg)

- Europäische und deutsche Gestaltungsmöglichkeiten auf die ethnopolitischen Krisen im Kaukasus seit 1991. Ein Zeitzeugenbericht

Referent: Bernd Posselt (München)

 

Veranstalter:

Lepsiushaus Potsdam

Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus e.V – INTEREG e.V. München

Hier finden Sie uns

Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus

Heßstr. 24

80799 München

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

8927294222 8927294222

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus