Symposium "Eine Geschichte der immerwährenden Gewalt? Ursachen für heutige ethnopolitische Konflikte im Kaukasus in der Zeit seit dem  18. Jahrhundert"

 

Freitag, 22. April bis Sonntag, 24. April 2016

Tagungsort: Lepsiushaus Potsdam

Veranstalter:

Lepsiushaus Potsdam

Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus e.V – INTEREG e.V. München

Gefördert durch:

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

 

 

 

Als eine Region voller ungelöster Konflikte ist der Kaukasusraum in den letzten Jahren verstärkt in das Blickfeld öffentlichen Interesses geraten. Im 18. Jahrhundert geriet die gesamte Region, die politisch in eine Fülle von Territorial- Clan- und Stammesherrschaften untergliedert war, zu-nehmend unter die Kontrolle Russlands. Zwischen etwa 1735 und 1878 wurde nahezu der ge-samte Kaukasusraum durch St. Petersburg militärisch unterworfen und durch die Beseitigung der nichtrussischen Lokal-und Regionalherrschaften direkt in seine autokratischen Verwaltungsstruk-turen einbezogen.
In jahrzehntelangen Feldzügen, Polizeiaktionen und anderen Zwangsmaßnahmen, die sich im Rahmen des I. Weltkrieges, des Bürgerkrieges und der sowjetischen Nationalitätenpolitik sowie nach 1988 fortsetzten, wurden Millionen vornehmlich nichtrussische Bewohner des nördlichen und zentralen Kaukasus, vertrieben und umgesiedelt. Viele kamen dabei gewaltsam zu Tode. Ursachen, Verlauf und Folgen dieser Geschichte von Gewalt und Zwangsassimilation aus ge-samtkaukasischer Perspektive sind ein zentraler Schwerpunkt des geplanten Symposiums. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Beleuchtung des Phänomens regionaler ethnonational und re-ligiös begründeter Konflikte im Kaukasus in sowjetischer und postsowjetischer Zeit.

 

Moderation:

 

Dr. Meinolf Arens (München)

Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam)

 

Freitag 22.04.2016

Begrüssung durch Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam) und Dr. Meinolf Arens ( München)

- Prof. Dr. Michael Schwartz (Berlin): Ethnische „Säuberungen“ unter neuen nationalen und religiösen Vorzeichen im Kaukasus im 19 und 20 Jh. Grundlegende Bemerkungen.

 

 

Samstag 23.04.2016

 

I. Panel: Russische Kolonial- und sowjetische Hegemonialpolitik

- Marieta Kumpilova M.A. (Leipzig): Der Krieg der nicht existierte. Der genozidale Krieg Russlands gegen die tscherkessischen Völker im 19. Jh in der russischen Historiographie und im Diskurs in der russischen Öffentlichkeit der letzten 2 Jahrzehnte

- Dr. Uwe Halbach (Berlin): Tschetschenien/Inguschetien: Panislamische Projektionen bei nordkaukasischen Völkern - 19. Jh. bis in die Gegenwart 

- Dr. Urzula Markowska (Warschau): Polen als Flüchtlinge und Migranten in Georgien und dem Nordkaukasus im 19. und 20. Jahrhundert

- Dr. Tessa Hofmann (Berlin): Die russische Armenierpolitik seit dem 19. Jahrhundert

- Dr. Meinolf Arens (München): Ossetien/Osseten zwischen Russifizierung, Georgisierung und Selbstbehauptung

 

 

II. Panel: Regionale Entwicklungen

- Prof. Dr. Diana Forker (Bamberg): Chancen und Grenzen kleiner Sprachgruppen und Völker in Daghestan. Eine vergleichende Betrachtung

- Dr. Wolfgang Feurstein (Freudenstadt): Die georgische Minderheitenpolitik am Beispiel der Mesxeten (Mes'cheten), Hemschinen und Lasen

- Dr. Marc-Stephan Junge (Bochum): Stalinistische Titularhomogenisierung in Georgien und ihre langzeitigen Folgen.

- Referentin: Varsenik Minasyan, M.A. (Berlin): Berg-Karabagh/Arzach: Geschichte des Konflikts.

 

 

Sonntag 24.04.2016

 

III. Panel: Aktuelle Entwicklungen

- Dr. Dieter Boden (Potsdam): Konfliktlösung im Südkaukasus in postsowjetischer Zeit: Das Beispiel Abchasien

- Referent: Dr. Christian Kolter (Bremen): Die Folgen von Flucht und Vertreibung aus und nach in Abchasien seit 1989 und Traum von einem abchasischen Nationalstaat.

- Dr. Manfred Quiring (Oranienburg)Pantürkische Träume oder regionale Homogenisierung ? Assimilationspolitik Aserbaidschans gegenüber ethnischen und nationalen Minderheiten und die Instrumentalisierung der Flüchtlinge aus Berg Karabagh/Arzach in den vergangenen zwei Jahrzehnten

- Bernd Posselt (München): Europäische und deutsche Gestaltungsmöglichkeiten auf die ethnopolitischen Krisen im Kaukasus seit 1991. Ein Zeitzeugenbericht

 

 

 

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