Von Lenin bis Putin. Ein Jahrhundert Zeitgeschichte Russlands

 

vom 19. bis 24. Februar 2017

 

Seminar in Zusammenarbeit

mit dem Arbeitskreis für Volkgruppen- und Minderheitenfragen

sowie dem Internationalen Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus (INTEREG)

 

in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen

 

 

Seminarleiter:

Gustav Binder, Bad Kissingen und Dr. Meinolf Arens, München/Geseke

 

Inhalt:

Es jähren sich zum 100. Mal die Ereignisse der Februarrevolution in Russland, welche innerhalb kürzester Zeit nicht nur das Zarenregime hinwegfegten, sondern – wenige Monate später – auch im Gefolge der Machtübernahme der Bolschewiki eine Zeitenwende von globaler Bedeutung einläutete. Die Folgen dieser Ereignisse des Jahres 1917 wirken bis heute nach. Es sollen zentrale Aspekte der Geschichte Russlands, der Sowjetunion, aber auch der russischen Gesellschaft und einiger nichtrussischer Völker (z.B. Weißrussen, Deutsche, Tscherkessen) innerhalb des riesigen Landes näher betrachtet und diskutiert werden. Es soll nach den Ursachen der Massengewalt und den Folgen der totalitären Umerziehung der Menschen für mehrere Generationen gefragt werden. Zuletzt werden die russische Zeit­geschichte nach der Wende von 1989/1991 und die derzeitige neoimperiale Politik unter Putin analysiert. Nach dem Zusammen­bruch der Sowjetunion vor 25 Jahren und politisch anarchischen und wirtschaftlich katastrophalen Jahren in der Ära Boris Jelzin ist seit der Silvesternacht 1999 Wladimir Putin der starke Mann in Moskau. Während seine ersten Amtsperioden als russischer Präsident noch kooperativ mit dem Westen waren, so ist nach seiner Rochade der Ämter des Staats- und Ministerpräsidenten mit Dimitri Medwedjew 2008 bis 2012 seine Herrschaft unangefochten. Russland ist zurück auf der Weltbühne als eine große Militärmacht. Russland führt Kriege an seiner Peripherie (Georgien, Krim, Ukraine) und stützt ein despotisches System in Syrien. Es wird eine Reihe von Experten aus Wissenschaft, Politik und Medien referieren.

 

Lernziel:

Auf der Tagung sollen aus Anlass des 100. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution wesentliche Aspekte der Geschichte Russlands und der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart bekannt gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt einigen ethnischen und religiösen Minderheiten sowie bestimmten Regionen.

 

Programm:

Sonntag, 19. Februar

- Begrüßung durch Gustav Binder und Dr. Meinolf Arens (Vorsitzender des INTEREG), Vorstellungsrunde, Abfrage der Erwartungen

- Dr. Meinolf Arens, München: Der Weg in die Katastrophe und der Untergang des Zarenreiches. Russland im Ersten Weltkrieg und der Weg der Bolschewiki zur Macht

 

Montag, 20. Februar

- Marieta Kumpilova M.A., Leipzig: Völker und Regionen der Sowjetunion. Fallbeispiel I. Nordkaukasus. Die Geschichte der Tscherkessen im Rahmen der sowjetischen und postsowjetischen Nationalitätenpolitik und Erinnerungskultur.

- Dr. Urszula Markowska, Warschau: Fallbeispiel II: Konstruiert am grünen Tisch. Die Erfindung und der Aufbau der modernen weißrussischen nationalen Identität und seine kulturpolitischen Auswirkungen auf Russland und Polen 1917 bis 2017

- Dr. Ortfried Kotzian, Augsburg: Völker und Regionen der Sowjetunion. Fallbeispiel III: Zwischen Revolution, Autonomie, Gulag und Deportation. Die Geschichte der Russlanddeutschen in der Sowjetunion 1917 bis 1991

- Film: Die gekaufte Revolution. Wie Kaiser Wilhelm II. Lenins Oktoberrevolution finanzierte

 

Dienstag, 21. Februar

- Dr. Volker Mohn, Bad Homburg: Eigen- und Fremdbilder: Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter und seine Berichte über die Sowjetunion: Zaren, Popen und Bolschewiken.

- Elena Luckhardt M.A., Tübingen: Russlandbilder in Deutschland (Politik, Medien, Wissenschaft, Gesellschaft). Brüche und Kontinuitäten.

- Das russische Bad Kissingen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Stadterkundung.

- Prof. Dr. Frank Lothar Kroll, Chemnitz: Russland und Europa. Tausend Jahre Nachbarschaft.

 

Mittwoch. 22. Februar

- Dr. József Liszka, Komárno: Sowjetisierung neugewonnener Territorien. Fallbeispiel I: Am äußersten Rande des Imperiums. Die Ungarn in der Karpatoukraine als Teil der Sowjetunion 1944-1991.

- Wolfgang Freyberg, Ellingen: Sowjetisierung neugewonnener Territorien. Fallbeispiel II: Ostpreußen 1945-2017.

- Dr. Wolfgang Feurstein, Freudenstadt: Ein Staat ohne Status. Die Perle am Schwarzen Meer begehrt von Russland und Georgien: Abchasien und die Abchasen.

- Dr. Varvara Degtjartova, Hamburg: Deutsche Spuren auf der Krim. Eine deutsch-russische Kulturgeschichte der Halbinsel.

 

Donnerstag, 23. Februar

- Thomas Spahn, Hamburg: Putins Russland. Minderheiten und Religion. Mit einem Blick auf die Sinisierung Sibiriens.

- Prof. Dr. Leonid Luks, Eichstätt: Weimarer Russland? Zur Erosion der zweiten russischen Demokratie nach 1991

- Film: Putins Russland

- Abschlussdiskussion - Moderation Dr. Meinolf Arens mit: Thomas Spahn, Prof. Dr. Leonid Luks, Dr. Urszula Markowska, Dr. Varvara Degtjartova, Dr. Wolfgang Feurstein, Dr. József Liszka

 

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