Symposium "Mazedonien - ein junger Staat und sein kulturelles Erbe zwischen Orient und Okzident"

 

Vom 13. bis zum 15. Oktober 2018 in Ohrid, Mazedonien

 

 

Seit rund 150 Jahren steht das Thema Mazedonien unter immer neuen Schattierungen und Fragestellungen auf der Agenda der politischen Akteure Südosteuropas und der europäischen Großmächte. Verwoben mit einer Vielzahl der jeweiligen aktuellen politischen Fragestellungen spielen gesellschaftliche Entwicklungsprozesse wie Fragen rund um Identität, kulturelle und religiöse Zugehörigkeit der Menschen in und um Mazedonien mehrfach auch bei einer Reihe von innereuropäischen Konflikten eine zentrale Rolle.

 

Die erst recht kurze Existenz eines souveränen mazedonischen Staates seit 1991 ist wie das vorangegangene Jahrhundert der Entfaltung und Durchsetzung einer modernen slawo-mazedonischen Nation geprägt durch Dauerkonflikte mit den um das Territorium „Mazedonien“ und seine „Seelen“ konkurrierenden Nachbarn Serbien, Griechenland, Bulgarien und Albanien. Deren Nationswerdung im 19. Jh. lag nur um wenige Jahre (Albaner, Bulgaren) oder Jahrzehnte (Serben, Griechen) vor dem Aufkommen nationalmazedonischer Bewegungen.

 

Bis in die Gegenwart besteht ein latentes Akzeptanz- und Legitimitätsdefizit gegenüber dem Konzept einer gleichrangigen national definierten slavisch sprachigen mazedonischen Nation durch einen Teil der Nachbarn. Das äußerst sich etwa im kirchenpolitischen Bereich, wo der innerhalb Jugoslawiens gegründeten mazedonisch-orthodoxen Kirche die Existenzberechtigung seitens der anderen orthodoxen Kirchen abgesprochen wird.

 

Die Konfliktlinien zeigen sich auch in endlosen und immer gleichen Debatten um die Deutung oder Einbeziehung bestimmter historischer Ereignisse, Personen und materieller Hinterlassenschaften, die alle Seiten für ihren jeweiligen nationalen Pantheon für sich beanspruchen.

 

Es existieren allerdings zunehmend auch auf Entideologisierung, Ausgleich und Dialog ausgerichtete Kreise in Politik und Wissenschaft, die auch in der internationalen Wissenschaftslandschaft vernetzt sind.

 

Wir wollen mit unserem Symposium und der begleitenden Studienreise eine Plattform für Wissenschaftler, Politiker, Medienvertreter, Studenten, aber auch ein breiteres Publikum aus Deutschland sowie Mazedonien und seinen Nachbarn bieten um den wechselseitigen Dialog zu verstärken.

 

Themenschwerpunkt des Symposiums ist die Geschichte dieses Raumes vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

 

In einem ersten Panel werden auch grundlegende Aspekte der älteren Entwicklungen beleuchtet. Eine Podiumsdiskussion zu den brennenden aktuellen Fragen schließt die Veranstaltung ab.

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